Wissenschaftler der Microsoft Forschungslabore aus aller Welt geben Einblick in die Zukunft des Computings

Im Rahmen des jährlich stattfindenden TechFest hat Microsoft diese Woche auf dem Campusgelände in Redmond mehr als 40 seiner innovativsten Forschungsprojekte der Öffentlichkeit präsentiert. Nach der Eröffnungsrede von Craig Mundie, Chief Research and Strategy Officer bei Microsoft, und Rick Rashid, Senior Vice President, Microsoft Research, wurden zahlreiche Demos aus den Bereichen Suche, Grafik, Sicherheit, eScience und Mobile Computing vorgeführt.

"Computing beeinflusst alle Bereiche unseres Lebens, von der Art zu arbeiten bis hin zu der Art und Weise, wie wir lernen und leben. Unsere Aufgabe in der Forschung ist es, Technologien beständig voranzutreiben, um unser Leben spürbar zu verbessern", sagte Rick Rashid vor Vertretern aus Industrie, Forschung und Lehre. Das European Microsoft Innovation Center (EMIC) stellte ebenfalls ein Forschungsprojekt vor: eine Sensor-Entwicklungsplattform.

Craig Mundie betonte, wie wichtig es sei, in Forschung zu investieren. Mit Hilfe von Software und den Computerwissenschaften könnten Innovationen unterstützt werden, die die dringendsten Probleme angehen, im Bildungs- und Gesundheitswesen ebenso wie in der Energieversorgung oder im Umweltschutz.

In diesem Zusammenhang wurde die sofortige Verfügbarkeit von Singularity angekündigt, dem Prototyp eines Betriebssystems für Computer-wissenschaftliche Forschungsumgebungen. Dieses ist für akademische und nicht-kommerzielle Zwecke kostenfrei nutzbar und steht bei CodePlex zum Download zur Verfügung.
Singularity soll die Software-Systemstabilität verbessern und innovative Forschung in Systemen, Entwicklersprachen und –werkzeugen fördern.

Neue Such-Möglichkeiten

Auch im Bereich der Suche wurden neue Projekte vorgestellt. Browser und Suchmaschinen unterstützen im Regelfall nur eine einzelne Person, die zu einem bestimmten Zeitpunkt für sich alleine arbeitet. Microsoft Research stellte drei neue Benutzeroberflächen vor, die die Möglichkeiten bei der Suche stark erweitern:

  • CoSearch ermöglicht einer Gruppe von Personen, die sich einen einzigen Rechner teilen, bei der Websuche zusammenzuarbeiten, indem sie mehrere Mäuse oder sogar Mobiltelefone nutzen.
  • SearchBar hilft Anwendern Suchergebnisse zusammenzuführen, wenn die Suche unterbrochen wurde.
  • SearchTogether hilft Personengruppen bei ihrer Suche im Netz zusammenzuarbeiten, indem es die Historie der Gruppenabfrage anzeigt.

WorldWide Telescope

WorldWide Telescope ist eine Visualisierungsumgebung, die als virtuelles Teleskop einsetzbar ist. Sie kombiniert Bilder hochentwickelter Teleskope auf der Erde sowie im Weltall und ermöglicht so übergangslose, geführte Erkundungen des Universums. WorldWide Telescope läuft unter der Visual Experience Technologie, die von Microsoft Research entwickelt wurde und mit der unzählige Mengen an Bildern, Daten und Textmaterial aus verschiedenen Quellen im Internet zu einem einzigartigen Erlebnis verschmolzen werden können. Derartige Projekte könnten zu neuen Entdeckungen führen und junge Leute für Mathematik oder andere Wissenschaften begeistern, so Craig Mundie.

Innovatives Framework für verteilte Sensor-Anwendungen

Auch das European Microsoft Innovation Center (EMIC) war auf dem TechFest 2008 vertreten und präsentierte eine Lösung für die Softwareentwicklung auf Sensornetzwerken. Das Aachener Forscherteam entwickelt aus innovativen Ideen Technologien, die binnen drei bis sechs Jahren zur Anwendungsreife gelangen. Die Schwerpunkte der Forschung sind Web Services, Mobile Computing, Security, Software-Verifikation, Recommender Technologien und Embedded Systems.

EMIC’s Framework für verteilte Sensor-Anwendungen unterstützt den abstrakten Entwurf von Sensor-Anwendungen und bietet ein innovatives Implementierungsmodell für verteilte Anwendungen – und zwar unabhängig davon, ob es sich bei den Plattformen des verteilten Systems um stationäre PCs, mobile Endgeräte, .NET-fähige Sensoren oder einfache Sensorknoten handelt, die .NET-Programme nicht direkt ausführen können.

Derartige Sensoren sind in vielen Anwendungsbereichen wie der Logistik, dem Gesundheitswesen sowie der Heim- und Industrieautomation zu einer Schlüsseltechnologie geworden. Das jetzt verbesserte Zusammenspiel einfacher Sensorknoten mit komplexeren eingebetteten Systemen, mobilen Endgeräten und stationären Backend-Systemen eröffnet vielversprechende neue Möglichkeiten. Die Anwendungsentwicklung für verteilte Systeme ist nun weniger zeitintensiv und fehleranfällig. Das vorgestellte System basiert auf bestehenden Microsoft-Technologien wie dem .NET Micro Framework und dem Microsoft Robotics Studio.

Netmarks

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