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Methoden von Attacken auf die Sicherheit
- Social engineering: unter irgendeinem Vorwand
versucht man von den Zuständigen entsprechende Informationen zu
bekommen (romantisches Abendessen bei Kerzenlicht mit
Netzwerkverwalter; Auftreten mit Arbeitskittel als angeblicher oder
echter Wartungsbeauftragter, ohne sich zu legitimieren u.ä.). Auch
über das Netz kommt solches Social engineering sehr häufig vor: z.B.
wird ein unerfahrener Benutzer unter irgend einem Vorwand ("Es gibt
ein Problem mit Ihrem Account") aufgefordert, in Plaintext sein
Passwort zu nennen (bei AOL zeitweise direkt eine Seuche)
- Scanning: Programme, die Sicherheitsmängel und
-schwachstellen in einem lokalen oder entfernten System
automatisch aufspüren. Dies können auch Sicherheitstools sein,
hochwirksame Werkzeuge zum Testen der Sicherheit eines Systems (wie
z.B. SATAN). Diese Sicherheitsmängel kann man dann zu einer Attacke
ausnützen
- Ausnützen von Sicherheitsmängeln in Betriebssystemen,
Netzwerkprotokollen, Web-Server-Systemen usw.: fast alle
verbreiteten Betriebssysteme, Netzwerkprotokolle, Webbrowser usw.
zeigen nach der Freigabe gravierende Sicherheitsmängel, die dann
(hoffentlich) durch entsprechende Patches (Updates) geflickt werden.
Deshalb ist es ratsam, für solche Software regelmäßig bei den
Herstellern (z.B. Microsoft) nach entsprechenden Updates zu suchen
- Backdoors (trap doors) (Hintertüren): backdoors
sind Programmstücke in Anwendungs-Programmen oder Betriebssystemen,
die faule Programmierer erstellt haben, um beim Testen von
Programmen oder Betriebssystemen nicht jedesmal den ordnungsgemäßen
Weg mit Berechtigungsnachweis usw. gehen zu müssen. Das berühmteste
back door war die debug Option in sendmail: der Internet Worm im
November 1988 nützte aus, dass Distributoren von sendmail (Sun, DEC
u.a.) vergessen hatten, die debug Option aus dem Programm zu
entfernen
- Password cracking (Passwortknacken): Techniken
und Programme, die Passwörter entziffern oder auf andere Weise den
Schutz durch Passwörter außer Kraft setzen. Besonders beliebt ist
die Benutzung einer Wortliste (eines Lexikons) (dictionary attack):
jedes Wort wird mit dem Passwort-Verschlüsselungssystem
verschlüsselt und das Ergebnis mit den gestohlenen verschlüsselten
Passwörtern verglichen: auf diese Weise kann man auch Passwörter
entschlüsseln, die mit unumkehrbaren Verschlüsselungsverfahren
verschlüsselt wurden. Gegen diese Methode hilft nur, dass nur
Passwörter zugelassen werden, die nicht Bestandteil irgendeines
Lexikons oder einer Wortliste sind (z.B.: das Passwort muss
mindestens drei nichtalphabetische Zeichen enthalten). Auch sollten
neue Passwörter deswegen immer vom System gegen Wortlisten gecheckt
werden, bevor sie akzeptiert werden.
- Trojans (Trojanische Pferde): Programme, die
angeblich eine nützliche Funktion erfüllen, in Wirklichkeit aber
eine ganz andere, schädliche Tätigkeit ausüben (sei es Belästigung,
Zerstörung oder Ausschnüffeln). Hierher gehören auch die
Makro-Viren. die insbesondere mit Dateien von
Office-Programmen als Makros verkleidet eingeschleppt werden. Ein
Schutz gegen Trojanische Pferde ist die Authentifikation von Files
durch den digitalen Fingerabdruck (digital fingerprint) (bzw.
Signatur) nach MD5 (message digest algorithm 5): aufgrund des Files
wird eine Zeichenkette von 32 Zeichen errechnet (z.B.:
2d50b2bffb537cc4e637dd1f07a187f4). Der Algorithmus ist so, dass
es äußerst unwahrscheinlich ist, dass zwei Files die gleiche
Zeichenkette erzeugen. Ein Vergleich mit der Zeichenkette zeigt, ob
das File z.B. wirklich ein Update vom Softwarehersteller ist oder
ein als Update getarntes Trojanisches Pferd.
- Abfangen von Daten, z.B.
- mit Sniffers (Schnüfflern): Software oder
Hardware, die auf Netzwerken (vor allem Ehernet) Informationen
auffängt, für die sie nicht autorisiert ist. Sniffers versetzen
Netzwerk-Schnittstellen in den sogenannten promisken Zustand,
d.h. in den Zustand, in dem alle Workstations in einem Netzwerk
den ganzen Netzwerkverkehr abhören können, nicht nur ihren
eigenen. Ein Schutz gegen Schnüffler ist Verschlüsselung der
Daten
- mit Programmen (Key-Capture Utilities), die alle
Tastatureingaben bei einem Host beobachten
- X-Window monitoring. X-window (UNIX) ist
besonders anfällig fürs Abfangen von Daten
- Abwandeln von System-Utilities (besonders UNIX-Utilities)
oder Netzwerk-Utilities, um so über Hintertürchen ins
System zu kommen
- Techniken, die eigene Identität zu verbergen bzw. eine
falsche Identität vorzuspiegeln: Man verwendet
Informationen, die man durch Utilities (wie z.B. finger) erhält, um
eine falsche Identität vorzugeben. Auch Cookies können gefälscht
werden: Cookies sind Identifikatoren im WWW, die beim
Benutzer einer Web-Page gesetzt werden, um damit bestimmte
Informationen zu speichern (z.B. Kundennummer, Lieferadresse,
Kreditkartennummer). Durch die Fälschung oder den Diebstahl von
Cookies kann man so u.U. unter einer falschen Identität Bestellungen
ausführen und Ähnliches. Anonymität erlaubt auch straflosen
Geheimnisverrat (z.B. anonyme Publikation von Geschäftsgeheimnissen)
sowie anonyme Ehrabschneidung, Verleumdung u.ä. Anonymität bzw. eine
falsche Identität kann aber auch eine Form von Sicherheit sein:
Sicherheit vor der Verfolgung durch Zensurbehörden, durch
Arbeitgeber usw. wegen des Inhalts von Veröffentlichungen.
- Missachtung des Datenschutzes: Sammeln personenbezogener
Daten ohne ausdrückliche Zustimmung des Betroffenen:
Anonymität ist auch ein wichtiger Aspekt des Datenschutzes: je mehr
das Internet zum Ort wird, in dem Transaktionen aller Art (Einkauf
usw.) durchgeführt werden, um so wichtiger sind Vorkehrungen gegen
Nutzer-Profile, die den "gläsernen Internetbürger" erzeugen könnten.
Deshalb beinhalten die meisten elektronischen Bezahlungssysteme, die
für das Internet entwickelt werden Anonymität, zumindest in einem
bestimmten Grad. [S. dazu: Fandrich, Dan: How
private are "private" electronic payment systems?. -- URL:
http://www.npsnet.com/danf/emoney-anon.html].
Wie schwierig und schwach Datenschutz durch die Globalisierung
geworden ist, zeigt Stefan Krempl unter der
treffenden Überschrift "Datensammler agieren global, Datenschützer
lokal : bezüglich Datenschutz driften die USA und Europa
auseinander." [In. Neue Zürcher Zeitung. -- 21.5.1999. -- S.54: Je
nach Untersuchung sammeln 85 bis 93% der US-Web-Sites
personenbezogene Daten, wobei nur 14 bis bestenfalls nur 66% von
ihnen die Besucher darüber informieren, d.h. selbst im besten Fall
sammeln 33% dieser US-Web-Sites personenbezogene Daten ohne den
Besucher darüber zu informieren, geschweige denn seine Zustimmung
einzuholen. Die Studie mit den optimistischeren Zahlen (Stand
13.5.1999): Georgetown Internet Privacy Policy Study
/ Mary J. Culnan. -- URL:
http://www.msb.edu/faculty/culnanm/gippshome.html.
Ein die Situation treffend bezeichnendes Zitat:
"Wie wenig sich amerikanische Web-Händler um den Datenschutz
kümmern und wie einfach sie bereits heute die EU-Bestimmungen
umgehen, macht der englische Ableger von Amazon.com -- das
Königreich ist eines der wenigen Länder der EU, die die strenge
Richtlinie bereits umgesetzt haben -- deutlich: in der
Privacy Policy wird der Buchliebhaber schlicht darauf
hingewiesen, dass die eingegebenen Informationen außerhalb des
'Europäischen Wirtschaftsgebiets' verarbeitet werden: 'Indem sie
Ihre Bestellung abschicken, stimmen Sie diesem transfer zu.'[Please
note that the information you enter will be transferred outside
the European Economic Area for the purposes of processing by
Amazon.co.uk and its affiliates. By submitting your order, you
consent to this transfer.] "
- Destruktive Methoden: Software und andere
Techniken, die eine Belästigung für den Attackierten darstellen oder
Daten oder das System ganz oder teilweise zerstören
- E-mail Bomben: das Opfer wird mittels
entsprechender Programme ständig mit der gleichen mail
"bombardiert"
- List linking: das Opfer wird mittels
spezieller Programme ohne sein Wissen bei verschiedenen
(möglichst regen) Mailing-Lists subskribiert: dadurch wird sein
e-mail-Postfach überflutet
- Flash bombs und War scripts:
stören IRC (Internet Relay Chat)
- Denial-of-service: Techniken, mit denen ein
Service so überlastet wird, dass er zusammenbricht. Wird
manchmal von Wettbewerbern verwendet, um die Kunden z.B. eines
Internet Service Providers unzufrieden zu machen
- Logische Bomben (logic bombs): In
Programmen versteckte gefährliche Programmteile, die durch
bestimmte Ereignisse (bestimmtes Datum, Anwesenheit bestimmter
anderer Files usw.) ausgelöst werden. Logische Bomben werden von
Programmierern u.a. zu Erpressungsversuchen verwendet
- Viren (viruses): Ein Virus ist eine
Codeseqenz, die in ein Programm so eingebaut ist, dass sie bei
der Ausführung des Programms ausgeführt wird und (zusätzlich)
bewirkt, dass eine Kopie des Virus in andere Programme kopiert
wird. Viren können isoliert nicht als Programm ablaufen, sondern
sie brauchen ein Wirtsprogramm, als Teil von welchen sie
ausgeführt werden können.
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