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Religionskritik
Serie:
Kleine Digitale Bibliothek
Nummer:
52 Das Lexikon der Sekten und das Lexikon des Okkultismus bildet zusammen einen Band der Kleinen Digitalen Bibliothek von Directmedia Publishing aus dem jahr 2008. Die religiösen, weltanschaulichen, psychologischen und therapeutischen Angebote auf dem Lebenshilfemarkt sind vielfältig. Zwei aktuelle Lexika über Sekten, Psychogruppen und Okkultismus bringen Licht ins Dunkel: 1. »Lexikon der Sekten und Psychogruppen« Die heutige Sektenlandschaft unterliegt einem ständigen Wandel. Neue Gruppierungen kommen hinzu, alte Gruppen treten mit neuem Namen oder in neuem Gewand wieder in Erscheinung. Das Lexikon bietet präzise Informationen über Entstehungsgeschichte, gegenwärtige Situation, Verbreitung und Ziele solcher Gruppierungen. Gründer und Köpfe werden in kurzen Lebensläufen vorgestellt. 2. »Lexikon des Okkultismus« Viele Menschen begeistern sich für »geheime« Praktiken wie Hellsehen, Psychokinese, Gläserrücken, Pendeln und Materialisation. Der Versuch, ob durch Astrologie, Wahrsagen oder Spiritismus, mit der »Geisterwelt« oder dem »Jenseits« in Kontakt zu treten, übt magische Anziehungskraft aus. Das Lexikon wirkt der weit verbreiteten Unkenntnis über das Phänomen Okkultismus entgegen und hilft, Begriffe und Sachverhalte zu verstehen und einzuordnen. weiter » '''Im Oktober 2007 kam das satirische Kinder- und Erwachsenenbuch "Wo bitte geht's zu Gott? weiter »
Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel - Ein Buch für alle, die sich nichts vormachen lassen ist ein Kinderbuch von Michael Schmidt-Salomon und Helge Nyncke. Das kleine Ferkel und der kleine Igel hatten immer geglaubt, es könnte ihnen gar nicht besser gehen. Doch dann klebt jemand über Nacht ein Plakat an ihr Häuschen, auf dem geschrieben steht: "Wer Gott nicht kennt, dem fehlt etwas!" Also machen sie sich auf den Weg, um Gott zu suchen... weiter »
Die satanischen Verse (The satanic Verses) ist der Titel eines 1988 erschienen Romans von Salman Rushdie, der von indischen Immigranten in Großbritannien handelt und teilweise vom Leben des Propheten Mohammed inspiriert ist. Der Ausdruck "satanische Verse" wurde von William Muir gebildet. Der Roman beginnt damit, dass zwei indische Fluggäste, der Schauspieler Gibril Farishta und der Stimmenimitator Saladin Chamcha, nach der Explosion eines Jumbo Jets über London ohne Fallschirm vom Himmel fallen und überleben. Gibril erhält nach dem Absturz einen Heiligenschein, während Saladin Fell, Hörner und Schwanz, also ein teufelsähnliches Aussehen annimmt. Aufgrund dieses Aussehens von der Polizei verfolgt, versteckt sich Saladin bei einem Freund in London in einem bangladeschischen Café, wo er nach einigen Leiden sein ursprüngliches Aussehen erhält und sich an Gibril, der ihn im Stich gelassen hat, mit satanischen Versen rächt. In den Erzählstrang um Gibril und Saladin verwoben ist die Geschichte des Propheten Mohammed, der im Roman Mahound heißt, und dessen Kampf gegen die Göttin Al-Lat, die mit Aischa, der Frau des Propheten, verschmolzen ist. Dieser Strang ist als Traum Gibrils bzw. des Erzengels Gabriel gestaltet. <!--break--> „Satanische Verse“ ist die Bezeichnung für gewisse, angeblich gelöschte Koran-Verse. Nach einer bei Tabari [1] erhaltenen Überlieferung fuhr Mohammed nach Sure 53 Vers 19f., in dem es um die mekkanischen Göttinnen Al-Lat, Uzza und Manat ging, aufgrund der Einflüsterung des Satans, fort: „Das sind die erhabenen Kraniche. Auf ihre Fürbitte darf man hoffen.“[2]. Die neue, gereinigte oder berichtigte Fassung verdrängte diese Göttinnen, da sie auch als (untergeordnet) verehrungswürdige Wesen nicht mit dem Monotheismusgebot in Einklang zu bringen waren.<br /> Thema des Romans ist der Gegensatz von Glaube und Zweifel, der durch eine Fülle von Gegensatzpaaren wie Gut und Böse, Sakrales und Profanes, Liebe und Hass, Rache und Vergebung, Geborgenheit und Exil, Leben und Tod, Wirklichkeit und Vision erweitert wird. Am Ende des Romans begeht Gibril Suizid und wird frei, während Saladin beschließt, dem Zweifel „als menschliche Befindlichkeit“ die Annahme des Lebens hier und jetzt entgegenzusetzen, denn „die Welt ist wirklich; wir müssen hier leben, weiterleben“. Anspielungen auf den IslamFolgende Figuren und Begriffe weisen eine Ähnlichkeit mit Persönlichkeiten bzw. Gegebenheiten der koranisch-/islamischen Geschichte: [3]
WirkungenDie Satanischen Verse sind anspruchsvolle Literatur, aber radikale Vertreter der islamischen Geistlichkeit interpretierten das Buch als Diffamierung des Korans und seiner Überlieferung. Es wurde auch mehrfach darauf hingewiesen, dass eine groteske Nebenfigur nicht nur als Chomeini-Karikatur gesehen werden konnte. Es kam zu Demonstrationen und dem berüchtigten Mordaufruf in Form einer Fatwa des iranischen Revolutionsführers Chomeini (siehe den Artikel Salman Rushdie). Auf mehrere Übersetzer des Buchs wurden Anschläge verübt. So wurde z. B. Hitoshi Igarashi – der japanische Übersetzer des Buches – ermordet, der italienische Übersetzer, Ettore Capriolo, schwer verletzt und der norwegische Verleger, William Nygaard, entkam nur knapp einem Mordversuch. Außerdem setzten radikale Muslime bei einem Protest gegen den türkischen Übersetzer ein Hotel in Brand, in dem 37 Menschen verbrannten. In Deutschland wagte kein einzelner Verlag, Die satanischen Verse zu verlegen. Gleichzeitig wurde es als Akt der Verteidigung der Menschenrechte gesehen, die Publikation sicherzustellen. Schließlich gründete eine Arbeitsgemeinschaft der deutschen Verlage einen neuen Verlag mit Namen „Artikel 19 Verlag“ (dem Artikel, der in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (UNO) das Grundrecht auf Meinungsfreiheit zusichert), dessen einziger Zweck die Herausgabe der Verse war (ISBN 3-9802315-0-X). Im März 1997 erschien das Buch im Verlag Droemer Knaur als Taschenbuch (ISBN 3-426-60648-8). Literatur
Quelle
Einzelnachweisefn1. Tabari Annalen I, S. 1192-1196,u. a., vgl. Rudi Parets Koranausgabe, Kommentarband, S. 461 fn2. tilka l-garaniqu l-'ula wa-inna safa'atahunna la-turtaga fn3. Seitenangaben nach Salman Rushdie, Die Satanischen Verse. Rowohlt. 2007. |
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