Uwe Quasthoff (Hrsg.): Deutsches Neologismenwörterbuch (2007)

Das Deutsche Neologismenwörterbuch - Neue Wörter und Wortbedeutungen in der Gegenwartssprache von Uwe Quasthoff basiert auf der Auswertung des Sprachkorpus der Universität Leipzig mit Millionen von Einträgen. Verzeichnet werden dort alle Wörter, die seit dem Jahr 2000 entweder neu gebildet wurden, aus anderen Sprachen neu ins Deutsche eingedrungen sind oder mit neuer Bedeutung (bei unveränderter Gestalt) verwendet werden. Die Lemmaliste wird mithilfe einer automatischen Frequenzanalyse erstellt, d. h., Maßstab für die Aufnahme ist u. a. die statistische Häufigkeit des Auftretens.

Das Besondere an diesem Wörterbuch ist, dass es zu jedem Stichwort nicht nur Bedeutungserklärungen, den Zeitpunkt der Erstbelegung sowie zahlreiche authentische Belege bietet, sondern Diagramme in jeden Wörterbuchartikel eingebunden sind, die die Gebrauchsgeschichte eines jeden Neologismus dokumentieren.

Das Deutsche Neologismenwörterbuch von Uwe Quasthoff erschien unter Mitarbeit
von Sandra Liebold, Nancy Taubert und Tanja Wolf; die gebundene Ausgabe hat einen Umfang von 690 Seiten und erschien im Oktober 2007 im Verlag Walter De Gruyter.

Inhalt

Die deutsche Sprache ist höchst lebendig: Rein statistisch gesehen findet jeden Tag ein neues Wort seinen Weg in die Alltagssprache. Eine Übersicht von in den Jahren 2000 bis 2006 entstandenen so genannten Neologismen liegt jetzt vor: "Deutsches Neologismenwörterbuch" lautet der Titel des Nachschlagewerks, für das Professor Uwe Quasthoff vom Institut für Informatik der Universität Leipzig als Herausgeber verantwortlich zeichnet. Schier unglaublich die Fülle der Wörter, die aufgeführt sind: Mehr als 2.220 Stichwörter von Abbiegelicht bis Zwischensprint umfasst das Werk.

Grundlage waren die Daten des Projekts "Deutscher Wortschatz" der Abteilung Automatische Sprachverarbeitung des Instituts für Informatik. Die jährlich mehreren Millionen Sätze pro Jahr, die hier aus Internetausgaben von Zeitungen und Zeitschriften sowie reinen Onlinemedien erfasst werden, wurden ausgewertet.

"''Dabei wurde nachvollzogen, welche Wörter entweder neu gebildet wurden, aus anderen Sprachen neu ins Deutsche eingedrungen sind oder - bei unveränderter

Gestalt - mit einer neuen Bedeutung verwendet werden''", erläutert Quasthoff.

Schließlich wurde gezählt, wie häufig sie im Untersuchungszeitraum verwendet wurden, denn nur die Frequenz, in der die neuen Begriffe auftauchen, lässt einen Rückschluss darauf zu, ob sie wirklich in die Alltagssprache eingeflossen sind.

Zu jedem Stichwort liefert das Wörterbuch eine Bedeutungserklärung und weist nach, aus welchem Bereich es stammt. Drei Beispielsätze belegen bei jedem Begriff die Verwendung der Wörter in den Medien. Eine Besonderheit des Wörterbuchs sind die Säulendiagramme: Sie illustrieren zu jedem Wort die Gebrauchshäufigkeit in den Jahren 1995 bis 2006. Anhand der Säulen von vor 2000 ist leicht ablesbar, ob ein Wort völlig neu ist oder wann und wie sich seine Verwendung geändert hat. Damit wird gewissermaßen die 'Gebrauchsgeschichte' eines jeden Neologismus dokumentiert. Zielgruppe des Werkes sind neben Sprachwissenschaftlern insbesondere auch Journalisten und allgemein an sprachlichen Entwicklungen Interessierte.

Netmarks

Quelle

  • Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 17.12.2007 16:52 via Informationsdienst Wissenschaft (idw).
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