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DesktopDie Rubrik GNU/Linux Desktop beschäftigt sich mit Linux als Desktop-Betriebssystem. Desktops sind für UNIX etwas relativ neuartiges; ausser den zahllosen halbgaren Window Managern und dem missratenen CDE gab es für die Derivate dieses Betriebssystems nie herstellerübergreifende Standards für einen Desktop; hier gibt es Bemühungen von Initiativen wie dem Desktop Linux Consortium und Freedesktop.org (siehe Netmarks zu GNU/Linux auf dem Desktop). Unter Linux werden seit einigen Jahren vor allem zwei konkurrierende Desktop-Umgebungen entwickelt, die beide sowohl eine Desktop-Umgebung (desktop environment) für Endbenutzer als auch ein Framework für Entwickler (application development framework) bieten: Gnome und KDE; daneben haben sich verschiedene interessante Alternativen entwickelt, darunter der schlanke XFce, die freie Implementierung von NeXTstep, GNUstep, und der Windows- Clone XPde. In Funktionalität, Praxistauglichkeit und Stabilität sind alle derzeitigen Linux-Desktops noch sehr weit von dem Niveau eines Windows 2000- oder Windows XP-GUI entfernt. Linus Torvalds schätzte im Januar 2004, dass ein konkurrenzfähiger Desktop für Linux noch etwa zehn Jahre in der Zukunft liege -- eine durchaus realistische Einschätzung. Ebenfalls im Januar 2004 gründeten die Open Source Development Labs eine Desktop Linux Working Group, um die Etablierung von Linux als Betriebssystem für Unternehmens- Desktops zu beschleunigen. GNOMEGNU Network Object Model Environment. Gnome ist der freie Desktop, der seine Wurzeln im GNU-Projekt hat. Gnome ist m.E. ästhetisch ansprechender und bietet eine bessere Usability als KDE; ich habe auch den Eindruck, dass es zwar weniger Anwendungen für Gnome gibt, diese dafür funktionsreicher und stabiler sind. Anwender aus dem kommerziellen Umfeld werden hier eher Anwendungen für Projektmanagement, Groupware, Tabellenkalkulation etc. finden. Siehe auch: Gnome Review. Der Gnome-Desktop wird direkt von Gnome.org im Quellcode sowie in verschiedenen spezialisierten und vorkompilierten Distributionen von Drittanbietern verbreitet. Zu den bekannteren Sub-Distributionen zählen: KDEK Desktop Environment (zuvor: Kool Desktop Environment). Die Alternative zu Gnome verwendete ursprünglich Bibliotheken unter einer nicht-freien Lizenz und wurde daher seitens der Free Software-Bewegung abgelehnt und war beispielsweise zunächst nicht in der Distribution Red Hat Linux enthalten; mittlerweile wurden die Lizenzbestimmungen jedoch geändert. Siehe auch: KDE Review. ErweiterungenErgänzend ist auch noch das Ximian-Projekt zu erwähnen, welches hervorragende Arbeit leistet, Linux auf dem Desktop eine Realität werden zu lassen. Besonders zu erwähnen sind folgende Teilprojekte: Ximian Red Carpet. Diese Erweiterung des RPM hilft, das Betriebssystem auf einem aktuellen Stand zu halten; neben relevanten Patches stehen eine Reihe von Kanälen zur Verfügung, aus denen heraus Software installiert werden kann. Red Carpet ist die einzige mir bekannte Möglichkeit, die Hölle der fehlenden Libraries unter Linux in den Griff zu bekommen. Ximian Evolution. Viele Umsteiger und Anwender in Unternehmen suchen nach einem Ersatz für das unternehmenskritische Outlook -- und genau dies versucht Evolution. Ximian Desktop. Eine leicht modifizierte Version des Gnome-Desktop, optimiert für die Verwaltung über Red Carpet. XForms cool environment. XFce ist eine leichtgewichtige Desktop- Umgebung, die auf GTK+ basiert. Die Desktop- Umgebung ist vollständig mit der Maus konfigurierbar und auch für Anfänger und Linux- Umsteiger geeignet. GnustepGNUstep. Das GNUstep-Projekt hat das Ziel, eine vollständig objektorientierte, cross-plattform-fähige Desktopumgebung zu schaffen, die durch ihre einfach zu bedienende und elegante Oberfläche besticht. Entwickler können mit GNUstep Anwendungen in kurzer Zeit und mit wenig Aufwand für verschiedene Betriebssyteme zu entwickeln. Perspektivisch soll GNUstep -- so die Zielsetzung der Entwickler -- die Standard-Oberfläche für freie Betriebssysteme, also zunächst GNU/Linux und später wohl auch The Hurd werden. GNUstep basiert konzeptionell auf der OPENSTEP-Spezifikation und orientiert sich am Look & Feel von NeXTstep. GNUstep basiert auf dem Window Manager WindowMaker. Neben diesen etablierten und recht weit verbreiteten Desktop-Umgebungen für GNU/Linux existieren -- natürlich -- noch verschiedene weitere Projekte, z.B.: Die einfacheren Desktop-Umgebungen wie XFce, WindowMaker und Enlightenment bieten kein Framework für Entwickler; primär handelt es sich dabei um Window Manager, die als Basis für Gnome oder KDE genutzt werden können. XFce ist eine vergleichsweise leichtgewichtige Desktop- Alternative, allerdings auch mit verringerter Funktionalität. CDE ist technologisch veraltet und als Desktop- Umgebung im Linux- Umfeld nur wenig verbreitet. Recht interessant ist ein neueres Projekt: Diese Desktopumgebung versucht, das Look & Feel von Microsoft Windows XP möglichst exakt zu imitieren, um Windows- Benutzern den Umstieg zu erleichtern; derzeit ist die Desktop- Umgebung jedoch noch kaum nutzbar sondern eher als Machbarkeitsstudie (mit beachtlichen Ergebnissen) zu verstehen. LiteraturhinweiseÄhnliche Beiträge
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