Journalismus

Zur bislang größten Konferenz zum Thema Lobbyismus treffen sich am 19./20. September 2008 in Berlin renommierte Wissenschaftler, Top-Lobbyisten, Journalisten und Politiker. Sie werden das kontrovers debattierte Thema umfassend ausleuchten, die Chancen einer demokratischen Kontrolle der Interessenvertreter diskutieren und neue, empirisch gesicherte Fallstudien präsentieren.

Veranstaltet wird die Konferenz von der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche e.V. in Zusammenarbeit mit dem Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen und der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Tagung steht unter dem Motto: ›In der Lobby brennt noch Licht... Lobbyismus als Schatten-Management in Politik und Medien‹.

Welche Macht haben die stets um Diskretion bemühten Lobbyisten in der parlamentarischen Praxis der Berliner Republik? Wie weit gehen die Interessenvertreter im Wettstreit um die Gunst der Entscheidungsträger und eine möglichst frühzeitige Beeinflussung der Politik?

Eine aktuelle Analyse des Bundesrechnungshofes zeigt, dass Unternehmensvertreter im Rahmen von so genannten ›Personalaustauschprogrammen‹ auf Kosten und im Sinne ihrer Arbeitgeber sogar an Gesetzen mitschreiben. Auf Kritik an ihrer Macht ohne Mandat und Legitimation reagieren Profis des Lobbygewerbes mit demonstrativem Understatement. Sie betonen die Informationsfunktion und verweisen darauf, dass ja auch Kirchen, Gewerkschaften oder Bürgerinitiativen Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen.  weiter »

Das Internet fordert den wichtigsten Bereich journalistischer Arbeit heraus: Die Qualität der Recherche steht online wie offline auf dem Prüfstand; eine Steigerung der Qualität ist hier notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Landesanstalt für Medien NRW (LfM).

Mit der breit angelegten Untersuchung wird erstmals großflächig das Thema Online-Recherche in deutschen Zeitungs-, Fernseh-, Hörfunk- und Internetredaktionen unter die Lupe genommen. Im Rahmen einer hochkarätig besetzten Tagung im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin forderten führende Journalisten aller Mediengattungen eine offensive Auseinandersetzung mit dem Thema.

Die Recherche im Internet gewinnt für Journalisten zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Schnelligkeit der Informationsbeschaffung und die Vielfalt der Informationen bieten erhebliche Vorteile. Doch aus veränderten Rahmenbedingungen in Redaktionen erwachsen auch Risiken und Qualitätsmängel. Eine Überprüfung von Online-Quellen findet nur selten statt. Und: Journalisten greifen bei ihrer Recherche im Netz vornehmlich auf andere journalistische Erzeugnisse zurück anstatt auf Primärquellen wie etwa Websites von politischen, wissenschaftlichen oder kulturellen Einrichtungen.  weiter »

Die politische Kommunikation und die Recherchebedingungen in Berlin haben sich unter dem enormen Berichterstattungstempo, dem Zwang zur Exklusivität und neuen Kommunikationsmitteln wie SMS und Video-Podcasts von Politikern gravierend verändert. Zu diesem Befund kommt die erste empirische Studie über den aktuellen Zustand des Hauptstadtjournalismus, die die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche e.V. heute veröffentlicht.

Unter dem Titel "Journalismus in der Berliner Republik - Wer prägt die politische Agenda in der Bundeshauptstadt" legen die beiden Autoren, der Medienforscher Leif Kramp und der Kommunikationswissenschaftler Dr. Stephan Weichert vom Berliner Institut für Medien und Kommunikationspolitik zentrale Mängel der Politikberichterstattung offen. Im Fokus der 33 Expertengespräche mit Büroleitern und leitenden Korrespondenten der wichtigsten Medien, politischen Sprechern, Beratern, Lobbyisten stehen vor allem die Wechselwirkungen zwischen medialer und politischer Macht sowie deren Eigendynamik unter den extremen Arbeitsbedingungen der Berliner Republik.

"Unsere empirischen Ergebnisse bestätigen, dass besonders das politische Agenda Setting von hohen Verfallsraten und schnelllebigen Themenkarrieren geprägt ist", erklärt Dr. Stephan Weichert. Nach wie vor seien zwar noch gedruckte und elektronische Qualitätsmedien wie FAZ, Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel, Tagesschau oder Deutschlandfunk zuverlässige Leitmedien im politischen Tagesgeschäft, an denen sich auch die Konkurrenz orientiere. Jedoch mache die qualitative Befragung deutlich, dass journalistische Online-Angebote und Boulevardpresse immer stärker den Medientakt in der Hauptstadt vorgeben: "Während vor allem Spiegel Online von der stündlichen Weiterdrehe im Nachrichtengeschäft profitiert und allmählich sogar die Agenturen verdrängt, treibt Bild die Effekthascherei des politischen Betriebs voran - zum großen Leidwesen vieler seriöser Hauptstadtjournalisten", sagt Weichert.  weiter »

Google vs. Pressesprecher (DFJV)

Google vs. Pressesprecher: Zuerst wird Google und dann der Pressesprecher befragt.

Frage: "Wie wichtig sind für Sie die folgenden Quellen für Ihre journalistische Recherche auf einer Skala von 1 (unwichtig) bis 4 (sehr wichtig?"

  • Abbildung: obs/DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband
Google vs. Pressesprecher (DFJV)

Der ›typische‹ freie Journalist in Deutschland ist 47 Jahre alt und männlich. Dies ergab eine Studie des Instituts für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians Universität München, die im Auftrag des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV) durchgeführt wurde.

In der Studie antworteten 1630 Journalisten unter anderem zu Fragen zur Berufsstruktur, Arbeitszufriedenheit, Rechercheverhalten und Auftragsentwicklung. Dabei erzielte die Befragung folgende Ergebnisse:

Das Internet ist bei der Recherche mittlerweile neben persönlichen Kontakten das wichtigste Rechercheinstrument. Dabei spielt die Suchmaschine Google eine herausragende Rolle. Sie ist mittlerweile die zweitwichtigste Quelle - deutlich vor Pressesprechern und PR-Material. Nur jeder sechste Befragte gab an, dass er Google für eher unwichtig halte.  weiter »

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen - Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an sechs Journalisten: Den mit 6.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie "Kommentar/Glosse/Essay" hat die Jury Carolin Emcke für ihren Beitrag "Stumme Gewalt" ("Zeit Magazin Leben", Hamburg) zuerkannt, in dem sich die Autorin an die Ermordung ihres Mentors Alfred Herrhausen erinnert und über den Einbruch von Gewalt und Tod in ihr Leben reflektiert.

Die mit je 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen in der Sparte "Allgemeines" erhalten Mark-Joachim Obert für seinen Artikel "Saufkundschaft" ("Frankfurter Rundschau"), der schnörkellos den Alltag eines Trinkhallenbesitzers und seiner Kunden schildert, sowie Thomas Kistner für seinen Beitrag "Spritzensport Fußball" ("Süddeutsche Zeitung Magazin", München), in dem der Autor sehr detailliert lange überfällige Fragen zur Dopinganfälligkeit im Liga-Fußball stellt.

Stephan Hermsen sowie Miriam Opresnik und Özlem Topçu bekommen den ebenfalls mit 6.000 Euro dotierten Journalistenpreis der deutschen Zeitungen - Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie "Lokales". Stephan Hermsen ("Neue Rhein/ Ruhr Zeitung", Essen) berichtet in seinem Artikel "Eins-Null für Rebecca" über die ersten zehn Lebensjahre mit seinem behinderten Kind, herzlich, unsentimental, voller Zuversicht, was die gemeinsame Zukunft angeht. Opresnik und Topçu schildern in ihrer breit angelegten Reportage "Hauptschüler und Migrant - und welche Chance hast du dann?" ("Hamburger Abendblatt") das Versagen von Schule und Gesellschaft bei der Ausbildung Heranwachsender.  weiter »

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Zeitungs- verlage vor dem Hintergrund der aktuellen Journalistenbefragung von News aktuell zu einem Umsteuern ihrer Unternehmenspolitik aufgefordert. Bei der Umfrage hatten jeweils rund 59 Prozent der teilnehmenden Journalistinnen und Journalisten Outsourcing in Verlagen und schlechte Ausbildung als größte Gefahren für den Journalismus genannt.

"Die Verleger müssen die Sorgen unserer Kolleginnen und Kollegen endlich ernst nehmen und Tariftreue und Ausgaben für die Qualifikation ihrer Mitarbeiter nicht als Kostentreiber, sondern als Investitionen in die Zukunft der Verlage begreifen", forderte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Das von manchen Verlagen betriebene Outsourcing beschädige ebenso wie die Leiharbeit auf lange Sicht den Qualitätsjournalismus.

Mit einer Zweiklassengesellschaft aus tariflich bezahlten und ausgelagerten Redakteuren beschädigten die Verleger in der Perspektive das Qualitätsprodukt Zeitung. "Es ist höchste Zeit, dass in den Chefetagen der deutschen Verlage ein Umdenken beginnt", sagte Konken. Die Umfrage von News aktuell zeige, dass die mitarbeiterfeindliche Geschäftspolitik mancher Verlage in den Redaktionen als Problem der gesamten Branche gesehen werde. "Wer den Erfolg des Produkts Zeitung dauerhaft sichern will, kann nicht die Befürchtungen der Journalisten ignorieren", sagte der DJV-Vorsitzende.  weiter »

Umfrage: Investitionen im Internet

Eine schlechte Ausbildung und das Outsourcing von Redaktionen sehen Journalisten als größte Gefahren für den etablierten Journalismus an, so ein Ergebnis des Medien-Trendmonitores.

Abbildung: obs / news aktuell GmbH

Umfrage: Gefahren für den etablierten Journalismus

Eine schlechte Ausbildung und das Outsourcing von Redaktionen sehen Journalisten als größte Gefahren für den etablierten Journalismus an. Dies ist ein Ergebnis aus dem jüngsten Medien-Trendmonitor der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor.

Die Mehrheit der Redakteure (rund 59 Prozent) sieht eine schlechte Ausbildung als größte Gefahr für den etablierten Journalismus. Das Outsourcing von Redaktionen sowie die Abkehr der jüngeren Generation vom Qualitätsjournalismus (jeweils fast 59 Prozent) werden von den Befragten beinahe ebenso oft genannt. Für deutlich weniger, nämlich 43 Prozent der Journalisten, sind die sinkenden Auflagen am gefährlichsten. Im Bürgerjournalismus in Form von "User Generated Content" sehen die Medienvertreter tendenziell kaum oder gar keine Gefahr (54 Prozent). Rund 43 Prozent geben hingegen an, dass diese Form der Berichterstattung eine mittlere oder große Gefahr für den etablierten Journalismus darstellt.

Die gedruckte Zeitung bleibt weiterhin das wichtigste Medium: Eine klare Mehrheit der Journalisten (fast 80 Prozent) ist der Meinung, dass das Internet die gedruckte Zeitung als maßgebliches Leitmedium nicht abgelöst hat. Nur rund 17 Prozent gehen davon aus, dass das Internet bald zum wichtigsten Medium wird und somit die Stellung der gedruckten Zeitung einnimmt. Auffällig ist, dass Journalisten aus dem Online- und Multimediabereich dem Web eine besondere Relevanz einräumen: Hier meinen immerhin rund 13 Prozent der Befragten, dass die gedruckte Zeitung als Leitmedium bereits vom Internet abgelöst worden ist.  weiter »

Umfrage: Gefahren für den etablierten Journalismus

Eine schlechte Ausbildung und das Outsourcing von Redaktionen sehen Journalisten als größte Gefahren für den etablierten Journalismus an, so ein Ergebnis des Medien-Trendmonitores.

Abbildung: obs / news aktuell GmbH

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