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Regelmäßig bestätigen Umfragen aufs Neue: Die Pille ist immer noch das meistgenutzte Verhütungsmittel. Als Gründe für diese Wahl nennen die Frauen vor allem die hohe Sicherheit [1, 2]. Dabei gibt es moderne Verhütungsmethoden, die mindestens genauso sicher sind und zudem weitere wichtige und praktische Vorteile bieten.
Die tägliche Einnahme eines Verhütungsmittels stört 56 Prozent der in einer repräsentativen Umfrage von TNS Healthcare befragten Frauen [2]. Fast drei Viertel (73 Prozent) wünschen sich eine längerfristige Verhütungsmethode, an die sie mehrere Wochen nicht denken müssen [2]. Dennoch verhüten über die Hälfte der Frauen mit der klassischen Pille. Die Ansprüche von Frauen an eine optimale Verhütungsmethode und die tatsächlich verwendete Empfängnisverhütung klaffen auseinander. Frauen verhalten sich in Sachen Verhütung anscheinend ambivalent.
Welche Methode sich am besten eignet, ist sehr individuell: Wer nicht mehr täglich an die Verhütung denken möchte, aber genauso sicher gehen will wie mit der Pille, ist mit dem Verhütungsring gut beraten. Er wird von der Frau selbst einmal im Monat so einfach wie ein Tampon in die Scheide eingeführt. Dort verbleibt er für drei Wochen und wird dann von der Frau wieder entfernt, gefolgt von einer ringfreien Woche mit der Regelblutung. Der Verhütungsring ist dabei das Kombinationspräparat mit der geringsten Östrogendosierung im Vergleich zur klassischen kombinierten Pille.
Für Frauen, die keine Östrogene einnehmen wollen, sollen oder dürfen, zum Beispiel, weil sie gerade stillen oder unter östrogenbedingten Beschwerden leiden, kann die östrogenfreie Pille das optimale Produkt sein. Sie wird - wie auch herkömmliche Minipillen - ohne Pause eingenommen. Ihr Vorteil im Vergleich zur Minipille: Sie muss nicht jeden Tag zur gleichen Zeit eingenommen werden. Ein sicherer Empfängnisschutz besteht auch, wenn die Einnahme gelegentlich bis zu zwölf Stunden nach dem eigentlichen Termin erfolgt - ein deutliches Plus im stressigen Alltag junger Mütter.
Für Frauen, die längerfristig verhüten möchten, weil die Karriere zunächst Vorrang hat oder die Familienplanung bereits abgeschlossen ist, kann zum Beispiel das Verhütungsstäbchen gut geeignet sein. Es ist so klein wie ein Streichholz und wird vom Frauenarzt unter die Hautoberfläche an der Innenseite des Oberarms eingelegt. Das Verhütungsstäbchen bietet drei Jahre sicheren Empfängnisschutz, indem es geringe Mengen Gestagen abgibt.
Dr. med. Beate Leifels-Fischer, niedergelassene Gynäkologin in München, erklärt dazu: "Natürlich haben die einzelnen Verhütungsmethoden bestimmte Eigenschaften, die aus subjektiver Sicht eher vorteilhaft oder eher nachteilig erscheinen. Um die individuell passende Verhütungsmethode zu finden, sollte sich deshalb jede Frau ihre persönlichen Wünsche und Prioritäten bewusst machen: Also, möchte ich täglich an die Verhütung denken oder zum Beispiel nur noch einmal im Monat oder möchte ich einen kontinuierlichen Verhütungsschutz über mehrere Jahre, wie wichtig ist mir die Hormondosierung? Frauen sollten sich von ihrem Gynäkologen umfassend beraten lassen, denn es gibt heute neben der klassischen Pille moderne Verhütungsmethoden, die nicht nur sicher und gleichzeitig niedrig dosiert sind, sondern durch ihre besondere Art der Anwendung den Ansprüchen von Frauen entgegen kommen".
Dass frau grundsätzlich bereit ist für einen Wechsel der Methode, zeigen die Umfragedaten: Neun von zehn Frauen, die hormonell verhüten, sind offen für eine neue Verhütungsmethode [2].
[1] "Verhütungsverhalten Erwachsener", BzgA-Repräsentativbefragung 2007 (n = 1.093, Frauen und Männer, die zur Zeit verhüten)
[2] "Verhütungsreport 2007", repräsentative Umfrage von TNS Healthcare im Auftrag von Organon (n = 752, Frauen in fester Partnerschaft lebend)
Sechs Irrtümer in Sachen Verhütung
Falsch! Inzwischen gibt es verschiedene Verhütungsmittel, die genauso sicher sind wie die Pille und noch weitere Vorteile bieten, wie z. B. eine geringe Hormondosierung: So ist der Verhütungsring das Kombinationspräparat mit der konstant niedrigsten Östrogendosis.
Gut zu wissen: Die Sicherheit einer Verhütungsmethode (bei korrekter Anwendung) wird mit dem Pearl Index (PI) bestimmt. Je kleiner der Wert, desto sicherer die Methode. Zum Vergleich: Der PI der Kombi-Pille beträgt 0,1-1,0. Der Wert des Verhütungsrings liegt bei 0,65.
Falsch! Schon bei Stillpausen ab vier Stunden kann die Konzentration des Hormons Prolaktin (sorgt für die Milchproduktion und hemmt den Eisprung), so weit absinken, dass es zum Eisprung kommt.
Gut zu wissen: Stillende Frauen, sollten keine Verhütungsmittel nutzen, die Östrogen enthalten. Das Hormon kann die Muttermilch beeinflussen. Gut geeignet ist z. B. die östrogenfreie Pille. Sie wirkt so sicher wie eine Kombi-Pille und ist so verträglich wie herkömmliche Minipillen. Großer Vorteil: ein flexibleres Zeitfenster für die Einnahme von bis zu zwölf Stunden.
Kommt drau an...: Besonders in der ersten und dritten Einnahmewoche ist Vorsicht geboten. Wenn die Einnahme nicht innerhalb von zwölf Stunden nachgeholt wurde, sollte zusätzlich (z. B. mit Kondom) verhütet werden.
Gut zu wissen: Es gibt sichere Alternativen, die nicht täglich angewendet werden müssen: Der Verhütungsring wird nur einmal pro Monat von der Frau selbst die Scheide eingelegt und bleibt dort drei Wochen. Das Verhütungsstäbchen wirkt sogar drei Jahre lang und Spiralen drei bis fünf Jahre.
Kommt drauf an: Die meisten hormonellen Verhütungsmethoden wirken sich nicht negativ auf die Fruchtbarkeit aus. Sie erhalten die Eierstockfunktion in dem Zustand, der vor Beginn der Anwendung bestanden hat. Wie schnell die Fruchtbarkeit zurückkehrt, hängt auch von der Hormondosierung des Verhütungsmittels ab.
Gut zu wissen: Bei der 3-Monats-Spritze kann es bis zu einem Jahr dauern, bis der Eisprung wieder einsetzt. Nach Absetzen des Verhütungsrings, der mit einer geringen Hormondosierung auskommt, beträgt die mediane Zeitdauer bis zum Eisprung nur 19 Tage.
Kommt drauf an: Die Pille wirkt bei der Einnahme von Antibiotika nicht mehr zuverlässig. Deshalb sollte während der Einnahme und weitere sieben Tage nach Absetzen zusätzlich verhütet werden, z. B. mit Kondom.
Gut zu wissen: Eine Studie zeigt, dass der Verhütungsring auch während der Einnahme der gängigen Breitbandantibiotika Amoxicillin und Doxycyclin noch zuverlässig wirkt [1].
Falsch! Normalerweise findet der Eisprung etwa 14 Tage vor der nächsten Regelblutung statt - also in der Zyklusmitte. Verschiebt sich der Eisprung jedoch, könnte Sex ohne Verhütung während der Regel Folgen haben: Weil Spermien bis zu sieben Tage im Eileiter oder in der Gebärmutter überleben können, ist auch noch Tage später eine Befruchtung möglich. Mit hormonellen Verhütungsmitteln ist die Frau jedoch durchgehend, auch während ihrer Periode, geschützt.
fn1. Quelle: Dogterom et al., Clin Pharmacokinet 2005; 44 (4): 429-438
Nach einer Pressemitteilung des „Instituts für Kondomberatung“ des Kondomhandelsunternehmers Jan Vinzenz Krause vom November 2006 wurde ein Sprühkondom erfunden. Das sprühbare Kondom basiert darauf, dass Latex, das ein Kautschukprodukt ist, bei Raumtemperatur vulkanisiert. Es wird also in wenigen Sekunden zu einem Gummi, wie es für herkömmliche Kondome verwendet wird.
Zur Verwendung des übrigens in mehreren Farben geplanten Sprühkondoms muss der Mann sein erigiertes Geschlechtsteil in die Sprühkammer der Sprühdose einführen und das Latex-Aerosol aufsprühen. Das Gemisch wird durch viele Sprühdüsen gleichmäßig über das Glied verteilt. Nach Entwicklerangaben soll dies für ein „sicheres Liebesglück“ sorgen. Später kann das Kondom wie ein herkömmliches Präservativ abgestreift werden.
Unternehmer Krause gab an, dass es sich um ein „geniales Verhütungsmittel“ handele. Man könne sich „spielend einfach und schnell [...] eine zweite Haut aufsprühen, die perfekt passt, optimal schützt und weder Lust noch Gefühl beeinträchtigt“. Das neuartige Kondom sorge für „Spaß pur“, so Krause.
Nach den Plänen der Entwickler soll das Sprühkondom im Sommer 2008 marktreif sein. Zuvor müssen noch Laboruntersuchungen durchgeführt werden, die ermitteln sollen, ob das Sprühkondom den hohen Sicherheits- und Verträglichkeitsvorschriften genügt, die für Verhütungsmittel gelten.