Armut

Nach einer repräsentativen Umfrage des Online-Antiquariats ZVAB haben zwei Drittel aller Studierenden weniger als 600 Euro pro Monat zur Verfügung, ein Drittel sogar weniger als 400 Euro. Damit dürften viele nach Abzug der Wohnkosten noch deutlich unter dem Hartz-IV-Regelsatz von 351 Euro und damit unter dem Existenzminimum liegen. Wenig verwunderlich also, dass die meisten Studierenden einen Nebenjob brauchen, um das Studium überhaupt bestreiten zu können.

Aber auch das Jobben nebenher wird durch die verschulten Studienbedingungen um einiges schwieriger: „Verstärkt wird das Ganze noch durch die neuen, vom zeitlichen und fachlichen Aufwand gestrafften Bachelorstudiengänge, bei denen ja nicht mehr wirklich Zeit ist, nebenher zu arbeiten“, berichtet die BWL-Studentin Petra Buschmann, die einen von drei Studienzuschüssen über 500 Euro gewinnen konnte. Das Geld will sie konsequenterweise zunächst für den Verwaltungskostenbeitrag nutzen. Buschmann zeigt Verständnis dafür, dass sich laut Umfrage zwei Drittel der Studierenden abgezockt fühlen: „Für jemand, der Bafög bekommt und nebenher arbeiten muss, sind die Kosten fast nicht mehr tragbar“.

Studierende sehen sich zudem mit immer höheren studienbedingten Kosten konfrontiert. Fast die Hälfte gibt an, mindestens alle drei Monate benötigte Fachliteratur vergeblich in den Bibliotheken (und oft auch im Buchhandel) zu suchen. Trotz zusätzlicher Studiengebühren hat sich an der mangelhaften Ausstattung vielerorts wenig geändert: „Und man sieht eben nichts von dem Geld, was man an die Universität zahlt. Es wird trotzdem an jeder Ecke gespart und die versprochenen Verbesserungen, die ein Hauptargument für die Studiengebühren waren und sind, kommen nicht oder nur sehr langsam zum Tragen“.  weiter »

Dass die Renten in Deutschland - wie einst von CDU-Politiker Norbert Blüm beschworen - sicher sind, daran mag mittlerweile kaum noch einer glauben. Im Gegenteil: Die Furcht davor, im Alter nicht über genug Geld zu verfügen, nimmt stetig zu.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau zeigt, dass fast die Hälfte der Männer und Frauen in Deutschland (42,3 %) am meisten Angst davor hat, dass die Rente im Alter nicht ausreicht.

Bei der gleichen Frage hatte noch im Jahr 2005 nur ein Drittel der Bevölkerung (34,4 %) diese Furcht hervorgehoben. Die Angst vor Altersarmut ist damit in den vergangenen drei Jahren deutlich gewachsen. Besonders groß sind die Bedenken heute bei Männern und Frauen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren. In dieser Altersklasse fürchtet sich mittlerweile schon mehr als die Hälfte (52,6 %) vor allem davor, dass ihnen das Geld im Alter ausgehen könnte.  weiter »

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren durchschnittlich 16 Prozent der Bevölkerung in der Europäischen Union (EU) im Jahr 2005 armutsgefährdet, das sind drei Prozentpunkte mehr als in Deutschland (13 Prozent).

In Luxemburg liegt der Schwellenwert für Armutsgefährdung für allein Lebende bei 17.808 Euro pro Jahr und damit fast doppelt so hoch wie in Deutschland (9.370 Euro pro Jahr). In den skandinavischen EU-Mitgliedstaaten leben 35% (Dänemark), 30% (Schweden) beziehungsweise 24% (Finnland) und damit überdurchschnittlich viele der 18- bis 24-Jährigen unter der Armutsschwelle (in der EU: 20%; in Deutschland: 15%). In den zehn neuen, am 1. Mai 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten ist nur jede/r zehnte (10%) Ruheständler/in armutsgefährdet, in Deutschland dagegen etwa jede/r achte (13%) und in der Europäischen Union fast jede/r sechste (16%).

Diese und viele weitere Daten sind zentrale Ergebnisse der Statistik EU-SILC 2006, der neuen EU-weit vergleichbaren Datenquelle über Armut und soziale Ausgrenzung. Die jährliche amtliche Erhebung, die in Deutschland die offizielle Bezeichnung ›Leben in Europa‹ trägt, ist die einzige nationale Datenquelle, die europäisch vergleichbare Ergebnisse über Armut und Lebensbedingungen bereitstellt.  weiter »

Der heute im Kabinett beratene 3. Armuts- und Reichtumsbericht zeigt erneut, dass es eine wachsende Spaltung der Gesellschaft in Deutschland gibt. So leben elf Prozent der Bevölkerung dauerhaft an der Armutsgrenze. "Diese Zahl weist auf einen massiven Handlungsbedarf in Politik und Gesellschaft hin", macht Caritas-Präsident Peter Neher deutlich.

Besonders dramatisch stellt sich die Situation für die Altersgruppe der 25 bis 35jährigen dar. Hier sind 17 Prozent dauerhaft ohne einen beruflichen Bildungsabschluss und haben damit eine schlechte Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. In den letzten zehn Jahren ist dieser Anteil um vier Prozentpunkte gewachsen. "Diese Gruppe der gering Qualifizierten hat kaum mehr eine Chance, sich aus einem Leben in Armut zu befreien", mahnt Neher.

Die Caritas kritisiert, dass es auch im 3. Armuts- und Reichtumsbericht nicht gelungen sei, zwischen einer sachlichen Analyse und einem wertenden politischen Teil zu trennen. Deswegen schlägt Neher vor, einen unabhängigen Expertenrat vergleichbar dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mit der Berichterstattung zu beauftragen.  weiter »

Dr. Hans G. Huber, Unternehmer und DBU-Umweltpreisträger

Dr. Hans G. Huber, Unternehmer und DBU-Umweltpreisträger

Rede anläßlich der Ausstellungseröffnung "WasserWissen" am 18. Mai 2008

  • Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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Dr. Hans G. Huber, Unternehmer und DBU-Umweltpreisträger

Zu einer gemeinsamen ›Vision Wasser‹ rief heute in Osnabrück der Umweltpreisträger der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Dr. Hans G. Huber, Politiker, Städteplaner und Sanitäringenieure auf.

Gerade für die Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländer sei die Verfügbarkeit von Wasser nicht nur eine Frage des physischen Überlebens. Wasser habe auch einen sozialen Aspekt. Trinkwassermangel sei nämlich ein Hauptgrund für Armut und fehlende Bildung. Denn wenn etwa das Wasserholen üblicherweise die zeitaufwändige Aufgabe von Kindern und Frauen sei, bleibe keine Zeit für Erziehung, Bildung und damit für Zukunftsperspektiven.

Huber - im Jahr 2006 von der DBU mit ihrem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet für seine Technologie zur Frischwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung, die besonders geeignet für Schwellen- und Entwicklungsländer ist, - betonte in seinem Redebeitrag, um dieses zu ändern, seien große Anstrengungen erforderlich. Neben neuen Technologien der Abwasserbehandlung und der -wiederverwendung müssten alle Beteiligten umdenken.  weiter »

Als erschütterndes Dokument sozialer Zerrissenheit bezeichnet der Paritätische Wohlfahrtsverband die jetzt bekannt gewordenen Zahlen aus dem dritten Armuts- und Reichtumsbericht. Der Verband fordert die Bundesregierung zur unverzüglichen Offenlegung des Berichtes auf, um eine sachliche Diskussion und sofortige Gegenmaßnahmen zu ermöglichen.

"Es kann nicht sein, dass sich die Regierung verschweigt, während unsere Gesellschaft förmlich auseinander fliegt", so Verbandsvorsitzende Heidi Merk. Die Erhöhung der Armutsquote um mehr als 63 Prozent sei das Resultat einer seit mehreren Jahren verfehlten Sozial- und Steuerpolitik. "Mit der Einführung von Hartz IV ist ein dramatischer Anstieg der Armut in Kauf genommen worden. Wer milliardenschwere Steuergeschenke an Spitzenverdiener macht und sich nicht wagt, größere Erbschaften und Vermögen gerecht zu besteuern, der darf jetzt über das Ergebnis nicht staunen oder gar lamentieren", kritisiert die Verbandsvorsitzende.

Der Verband fordert die Offenlegung aller vorliegenden Daten, um eine ernsthafte Auseinandersetzung um konkrete Maßnahmen zu ermöglichen. "Das Letzte was wir jetzt brauchen, ist eine Diskussion um Halbgares", so die Verbandsvorsitzende. "Die Zahlen müssen sofort auf den Tisch und dann gilt es gemeinsam anzupacken und das Ruder herum zu reißen. Es kann nicht sein, dass Millionen Menschen unverschuldet an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden, während der andere Teil tatenlos zusieht, wie die Armutskarawane vorbeizieht".  weiter »

Leben in Europa 2006 ist eine Erhebung, die EU-weit vergleichbare Daten über Armut und soziale Ausgrenzung ermittelt. Für Leben in Europa 2006 wurden in Deutschland rund 13.800 private Haushalte sowie rund 26.000 Personen ab 16 Jahren in diesen Haushalten befragt.

Erste Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, dass im Jahr 2005 knapp 13 Prozent der Bevölkerung in Deutschland armutsgefährdet waren. Die Armutsgefährdungsquote - das ist nach EU-Definition der Anteil der Personen, der mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der gesamten Bevölkerung auskommen muss - lag 2005 in den neuen Ländern und Berlin bei gut 15 Prozent, im früheren Bundesgebiet bei knapp unter 12 Prozent.

Referenzjahr für die Ermittlung der Armutsgefährdungsquote ist bei Leben in Europa 2006 jeweils das dem Erhebungsjahr vorausgegangene Jahr (hier: 2005). Zur Berechnung der Armutsgefährdungsquote wird nach dem europäischen Standard zunächst das von allen Haushaltsmitgliedern tatsächlich erzielte Haushaltseinkommen herangezogen (darin sind Sozialtransfers enthalten). Dieses wird auf die Personen des Haushalts nach einem Gewichtungsschlüssel verteilt ("bedarfsgewichtetes Äquivalenzeinkommen"), der die unterschiedliche Zusammensetzung von Haushalten berücksichtigt und den Umstand, dass Personen in einem Haushalt durch ihr Zusammenleben Einspareffekte bei den laufenden Kosten erzielen. Zur Ermittlung des mittleren Einkommens der Bevölkerung wird der Median (Zentralwert) des Äquivalenzeinkommens verwendet (ausführliche Erläuterung im Methodenanhang).  weiter »

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