Süddeutsche Zeitung

Spiegel Online beschäftigt unter allen deutschen Medien die Blogger am meisten. Dies zeigt eine Studie der europäischen Blogsuchmaschine Twingly. Die Liste der Online-Medien, welche in der Blogwelt die größte Rolle spielen, wird angeführt vom Spiegel, gefolgt von der Welt und der Süddeutschen Zeitung. Spiegel Online bekommt unter allen deutschen Online-Medien außerdem die größte Aufmerksamkeit von Bloggern international.

Twinglys Studie basiert auf der Analyse einer Auswahl von spam-freien deutschsprachigen und internationalen Blogposts, die zwischen dem 1. Juni und 31. August 2008 erschienen sind. Das Ranking der Online-Medien wird bestimmt durch die Anzahl der zu ihnen verlinkenden Blogposts.

"Mit unserer Studie wollen wir Blogger als wichtigen Teil öffentlicher Debatten herausstellen", sagt Martin Källström, Geschäftsführer von Twingly. "Wir wissen, dass Blogger sich sehr mit Nachrichten und Politik auseinandersetzen. Zu verlinken ist die Art der Blogwelt, ihr Engage-ment zu zeigen. Deshalb legen wir unseren Top-Listen die Anzahl der verlinkenden Blogposts zugrunde".  weiter »

Die politische Kommunikation und die Recherchebedingungen in Berlin haben sich unter dem enormen Berichterstattungstempo, dem Zwang zur Exklusivität und neuen Kommunikationsmitteln wie SMS und Video-Podcasts von Politikern gravierend verändert. Zu diesem Befund kommt die erste empirische Studie über den aktuellen Zustand des Hauptstadtjournalismus, die die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche e.V. heute veröffentlicht.

Unter dem Titel "Journalismus in der Berliner Republik - Wer prägt die politische Agenda in der Bundeshauptstadt" legen die beiden Autoren, der Medienforscher Leif Kramp und der Kommunikationswissenschaftler Dr. Stephan Weichert vom Berliner Institut für Medien und Kommunikationspolitik zentrale Mängel der Politikberichterstattung offen. Im Fokus der 33 Expertengespräche mit Büroleitern und leitenden Korrespondenten der wichtigsten Medien, politischen Sprechern, Beratern, Lobbyisten stehen vor allem die Wechselwirkungen zwischen medialer und politischer Macht sowie deren Eigendynamik unter den extremen Arbeitsbedingungen der Berliner Republik.

"Unsere empirischen Ergebnisse bestätigen, dass besonders das politische Agenda Setting von hohen Verfallsraten und schnelllebigen Themenkarrieren geprägt ist", erklärt Dr. Stephan Weichert. Nach wie vor seien zwar noch gedruckte und elektronische Qualitätsmedien wie FAZ, Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel, Tagesschau oder Deutschlandfunk zuverlässige Leitmedien im politischen Tagesgeschäft, an denen sich auch die Konkurrenz orientiere. Jedoch mache die qualitative Befragung deutlich, dass journalistische Online-Angebote und Boulevardpresse immer stärker den Medientakt in der Hauptstadt vorgeben: "Während vor allem Spiegel Online von der stündlichen Weiterdrehe im Nachrichtengeschäft profitiert und allmählich sogar die Agenturen verdrängt, treibt Bild die Effekthascherei des politischen Betriebs voran - zum großen Leidwesen vieler seriöser Hauptstadtjournalisten", sagt Weichert.  weiter »

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