2008

Trotz schwieriger Konsumstimmung in Deutschland verzeichnet die Versandhandelsbranche steigende Umsätze in diesem Jahr. Das geht aus der aktuellen Verbraucherbefragung "Distanzhandel in Deutschland" von TNS Infratest hervor, die der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) auf seiner Jahrespressekonferenz vorgestellt hat.

Demnach steigt der Versandhandelsumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent auf rund 28,6 Mrd. Euro (2007: 27,6 Mrd. Euro). Der Anteil des Versandhandels am Einzelhandel erhöht sich auf 7,2 Prozent (Vorjahr: 7,0 Prozent). "Der Wachstumsmotor Internet läuft weiter auf Hochtouren", sagt bvh-Präsident Rolf Schäfer. Der Onlinehandel mit Waren legt im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent auf insgesamt 13,4 Mrd. Euro (Vorjahr: 10,9 Mrd. Euro) Umsatz zu und übertrifft damit die Erwartungen.

Für Verunsicherung in der Branche sorgt ein aktuelles Gesetzesvorhaben zur Novellierung der Bonitätsprüfung.  weiter »

Erst wenige Unternehmen setzen Web-Konferenzen als strategisches Instrument für eine schnellere Produktentwicklung ein. Dies zeigt eine Umfrage, die das britische Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Auftrag der Netviewer AG durchgeführt hat. Befragt wurden 332 IT-Verantwortliche in Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Nur jeder Dritte in Deutschland nutzt Online-Meetings in der Produktentwicklung; in Großbritannien sind es 28 und in Frankreich gar nur neun Prozent. Die überwiegende Mehrheit (82 Prozent) sieht den größten Nutzen nach wie vor in Zeit- und Kostenersparnissen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass immer mehr Unternehmen solche Tools für die Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern nutzen wollen.

Bisher lag das Hauptaugenmerk bei Web-Konferenzen auf der internen Zusammenarbeit. Nun rückt mehr und mehr die externe Kommunikation in den Fokus. In Deutschland ist eine rasante Entwicklung hin zu Webcasts festzustellen. Nutzen heute 16 Prozent der befragten Unternehmen dieses Medium für die Kommunikation mit Mitarbeitern und Investoren, wollen dies künftig 43 Prozent tun. Auch der webbasierte Kundensupport ist stark im Kommen: hier ist praktisch eine Verdoppelung von 25 auf 49 Prozent zu erwarten.  weiter »

Unter großem Zuspruch fand gestern in München die media coffee-Reihe ›Im Sog des Internets - Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?‹ ihren Abschluss. Rund 250 Pressesprecher, PR-Fachleute und Journalisten waren zu Gast bei der dpa-Tochter news aktuell. Fazit der Diskussionsreihe: Die Medienunternehmen haben die Herausforderung Internet angenommen. Fraglich aber bleibt, in welcher Form Leser, Hörer und Zuschauer zukünftig journalistische Produkte konsumieren werden.

Rudolf Bögel, Chefredakteur der tz, blickte gestern Abend optimistisch in die Zukunft. Am grundlegenden Informationsbedürfnis der Menschen werde sich auch in Zukunft nichts ändern: "Wenn wir fragen, stirbt die Zeitung, dann müssen wir eher fragen, stirbt die Nachricht", sagte Bögel im Haus der Bayerischen Wirtschaft. Bögels Blatt setzt heute im Internet auf Videos, um sich auf neuen Wegen den Lesern zu nähern. Aber er machte auch klar, dass Redaktionen wie die tz noch viele Erfahrungen sammeln müssen: "Wir machen nicht Fernsehen. Wir setzen die Themen, die aktuell sind, in laufende Bilder um. Dass dabei manchmal unfreiwillige Komik entsteht, ist klar. Aber das Ganze ist unheimlich kreativ".

Hans-Jürgen Jacobs, Chefredakteur von sueddeutsche.de, sieht aufgrund des Wandels bei den Tageszeitungen Schwierigkeiten auf den Zeitschriftenmarkt zukommen. "Die großen Magazine wie Spiegel und Stern haben das Problem, dass Tageszeitungen immer mehr zu Tageszeitschriften werden. Zeitschriften müssen noch viel mehr als andere Medien in Zukunft ihre Rolle definieren. Sie müssen ganz stark in Reportagen und exklusive Inhalte gehen. Aber sie müssen auch eine ganz enge Verbindung zu Online haben"  weiter »

Gut 85 Prozent aller Unternehmen und Behörden in Deutschland, die durch den Einsatz von Dialoginstrumenten personenbezogene Daten ihrer Website-Besucher sammeln, verzichten auf jegliche Information dahingehend, was mit diesen Daten geschieht. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Xamit Bewertungsgesellschaft mbH, bei der im Februar 2008 mehr als 815.000 Webseiten privater Firmen und öffentlicher Institutionen begutachtet wurden.

Ignoriert wird die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur Veröffentlichung einer Datenschutzerklärung demnach keinesfalls nur von unbekannten Website-Betreibern: Auch die Bundesregierung und das Auswärtige Amt beispielsweise bleiben im Internet jegliche Erklärung zur Nutzung der von ihnen abgefragten Personendaten schuldig.

Sowohl im privatwirtschaftlichen, als auch im öffentlichen Sektor geht diese Form der Datenerhebung bereits mit einem spürbaren Vertrauensverlust seitens der Bürger bzw. Kunden einher: Wie eine 2007 veröffentlichte Allensbach-Untersuchung zeigte, befürchten 54 Prozent der deutschen Internet-Nutzer, dass ihre persönlichen Daten im Internet nicht geschützt sind. Die Konsequenz: Gut jeder dritte User gab schon damals an, aus Sicherheitsgründen auf den Einkauf im Internet zu verzichten.  weiter »

Luftschiff LZ 129 ›Hindenburg‹ am 6. Mai 1937 in Lakehurst

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und das Mineralölunternehmen TOTAL Deutschland haben heute in Berlin beschlossen, eine Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Produktion und Logistik von Wasserstoff zu erstellen.

Der Vorsitzende des Vorstandes der BVG, Andreas Sturmowski, und der Geschäftsführer von TOTAL Deutschland, Michel Mallet, vereinbarten vertraglich eine wissenschaftliche Untersuchung, ob der für eine mögliche Erweiterung der BVG-Wasserstoff-Busflotte notwendige Wasserstoff auf umweltfreundliche Weise gewonnen und transportiert werden kann.

Zur Zeit setzen die Berliner Verkehrsbetriebe mit 14 Fahrzeugen die weltweit größte, mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren angetriebene Busflotte ein. Wasserstoff hat mittel- bis langfristig das Potenzial, den Ausstoß klimaschädlicher Abgase maßgeblich zu verringern. Ein Fahrzeug, das mit Wasserstoff betrieben wird, emittiert kein CO2 und fährt praktisch schadstofffrei.  weiter »

Energiesparlampe, Öko-Kühlschrank, Zeitschaltuhren: Die Deutschen lassen sich immer mehr einfallen, um auf die steigenden Strompreise zu reagieren. Dabei könnte das ›teuerste Problem‹ in den Stromzählern liegen, die zwar in den Haushalten montiert sind, aber den Energieversorgungsunternehmen gehören.

Bereits zum zweiten Mal hat das Sat.1-Magazin ›Aakte 08‹ bei Stichproben im gesamten Bundesgebiet festgestellt, dass zahlreiche Stromzähler nicht den tatsächlichen Stromverbrauch angeben. In allen Fällen stellte der Stromzähler den Verbrauch immer zu Ungunsten des Kunden dar. Nach dem ersten Fernsehbeitrag in der Sendung vom 1. Juli 2008 hatten sich zahlreiche Zuschauer bei ›Akte 08‹ mit dem Verdacht gemeldet, dass auch ihr Stromzähler nicht korrekt misst.

Die erneuten Überprüfungen führte der gerichtlich zugelassene Gutachter Günther Wünsch (55) aus Leichlingen durch. Dabei stellte er fest, dass von ihm stichprobenartig ausgemachte Zähler in Privathaushalten den Energieverbrauch bis zu 50 Prozent höher angaben, als tatsächlich Strom verbraucht wurde. Inzwischen schätzt der Experte, dass "40 bis 50 Prozent der alten Zähler nicht mehr genau laufen". Im Regelfall zum Nachteil des Kunden. "Das ist ein extrem schlechtes Ergebnis für die Verbraucher", so Wünsch.  weiter »

Sie könnten die Informationstechnologie revolutionieren: ›Intelligente‹ Alltagsobjekte, die per Funk mit ihrer Umgebung kommunizieren. Ein EU-Projekt unter Leitung der Universität Bonn will diese Schlüsseltechnologie weiter vorantreiben. Unter den Partnern aus ganz Europa sind auch führende Industrieunternehmen wie SAP, Boeing und Schneider Electric.

Vielleicht sieht Ihr künftiger Supermarkt-Besuch ja so aus: Sie packen Joghurt, Milch, Müsli, Obst und Wurst in Ihre Einkaufstasche und gehen damit einfach nach Hause. Kein Anstehen an der Kasse, kein hektisches Wühlen nach der Geldbörse, kein Umpacken vom Einkaufswagen in die mitgebrachten Beutel. Wie viel Ihr Einkauf gekostet hat, sehen Sie am Ausgang auf dem Display des Einkauswagens - und natürlich bei der nächsten Kreditkarten-Abrechnung. Fertig.

Die Technologie für dieses Szenario gibt es im Prinzip schon: RFID heißt sie, abgekürzt für Radio-Frequenz-Identifikation. Dank RFID kann die fettarme Bio-Milch der Computerkasse am Ausgang mitteilen: Ich bin ein Liter fettarme Bio-Milch. Das Preisschild sendet dazu einen Identifikationscode aus, den die Kasse entschlüsseln kann. In den Alpen reduzieren "funkende" Skipässe bereits Wartezeiten am Lift. In Korea kommt die Technik auch schon bei Fahrten mit dem Bus zum Einsatz: Die Fahrkarte sendet Daten an einen Empfänger; der Fahrpreis wird vom Konto des Kunden abgebucht.  weiter »

BITKOM e.V., Logo

Fast vier Millionen Deutsche sind schon einmal Opfer von Computer-Kriminalität geworden. Sieben Prozent aller Computernutzer ab 14 Jahre haben bereits einen finanziellen Schaden beispielsweise durch Viren, bei Online-Auktionen oder Online-Banking erlitten. Das teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in Berlin mit.

Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des BITKOM. Laut der Befragung nutzen knapp 80 Prozent aller 72 Millionen Deutschen über 14 Jahre privat oder beruflich einen Computer. 2 Prozent der Befragten gaben an, Viren hätten ihren Computer beschädigt. Je 1 Prozent aller Nutzer wurden Opfer bei einer Online-Auktion oder beim Online-Banking. 3 Prozent gaben Schäden "durch sonstige Umstände" an, also beispielsweise durch unseriöse Internet-Dialer.

Eine gute Sicherheitsausstattung ist besonders wichtig beim Umgang mit persönlichen Daten, etwa beim Internet-Banking oder Online-Shopping. Die Befragung ergab jedoch, dass Sicherheitsprogramme noch immer nicht zum Standard gehören. Zwar gaben 83 Prozent aller User an, ein Virenschutzprogramm auf ihrem privaten Rechner installiert zu haben. Aber nur 67 Prozent nutzten eine Firewall, lediglich 28 Prozent ein Verschlüsselungsprogramm. 7 Prozent der Nutzer gaben an, keines dieser Programme zu verwenden, 4 Prozent machten keine Angaben. Auffällig: Frauen nutzen diese Programme deutlich seltener als Männer.  weiter »

c't 15/2008, Titelbild

c't 15/2008, Titelbild.

Abbildung: Heise Medien Gruppe

Prof. Dr. Bernhard Friedrich (DBU)

Den Städten droht der Verkehrsinfarkt. Wenn Autos vor Ampeln ständig anhalten und anfahren, stoßen sie Unmengen an Schadstoffen wie Feinstaub aus. Und das hat Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Doch wenn sich das, was jetzt in Hannover erfolgreich getestet wurde, zum Modell für Deutschland entwickeln sollte, könnten die hohen Feinstaubbelastungen in den Städten bald verringert werden.

Das Münchner Verkehrsforschungsunternehmen Transver und das Institut für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Städtebau der Universität Hannover unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Bernhard Friedrich entwickeln eine Software, die die Stopps von Autos an Ampeln verringern und den Verkehrsfluss verbessern soll. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert die Software-Entwicklung mit rund 90.000 Euro. Friedrich stellte gestern Abend im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der DBU die ersten Ergebnisse des Projektes vor.

Mit der neu entwickelten Software CeTRANS könnten auch die Ampeln an komplexeren Straßenkreuzungen und für ganze Stadtviertel aufeinander abgestimmt werden, so Friedrich. Bisher sei das nur für einzelne Straßenzüge möglich gewesen. In der Südstadt von Hannover sei die Software bereits unter reellen Bedingungen getestet worden. Die Vorher-Nachher-Untersuchung habe ergeben, dass im gesamten Untersuchungsnetz die Reisezeiten um 22, die Wartezeiten um 47 und die Anzahl der Halte um 36 Prozent hätten verringert werden können. In dem analysierten Stadtviertel ließen sich so der Kraftstoffverbrauch um 23 Prozent verringern und rund 600 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß in einem Jahr einsparen.  weiter »

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